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Panama Papers: Der größte Leak aller Zeiten

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Was haben Lionel Messi und der Taufpate von Wladimir Putin gemeinsam? Beide dürften gerade womöglich schlecht schlafen, denn sie stehen auf der bisher größten Leak-Liste aller Zeiten:
Es geht um Offshore-Firmen und Verschleierung von Geldern.

Auf dieser Seite habe ich bereits beschrieben, wie man an Daten kommen kann, um sie dann journalistisch aufzubereiten. Eine Möglichkeit habe ich dabei bislang übergangen: den Leak. Denn davon profitieren freie Datenjournalisten eher weniger, sondern Big Player, wie die Süddeutsche Zeitung. So geschehen vor etwa einem Jahr, als eine anonyme Quelle der SZ Daten zukommen ließ, die alles bisher da gewesene in den Schatten stellen.

2,6 Terabyte Daten, das sind über 100 Blu-ray-Disks voller Daten, darunter eine gute Millionen Bilder und fast fünf mal so viele E-mails. Konversationen von bekannten Sportlern, Politikern, Mafiosi. Dieser Leak hat laut Medienberichten schon jetzt sogar aktive Staatschefs geoutet. Insgesamt ist die Rede von 214.000 Briefkastenfirmen, über die illegal Gelder an der Steuer vorbeigeschafft wurde..

Nicht nur Lionel Messi findet sich auf der Liste wieder. Die SZ sieht sogar Verbindungen zum FIFA-Skandal:

Zudem finden sich in den Unterlagen Spuren zur Fifa-Affäre. So hat der uruguayische Anwalt Juan Pedro Damiani, der als Mitglied der Fifa-Ethikkommission den Sportverband säubern soll, offenbar ausgerechnet drei Angeklagten im Fifa-Skandal zu Offshore-Firmen verholfen, über die womöglich Funktionäre bestochen wurden.

Ein Lehrstück des Datenjournalismus

Beteiligt war nicht nur die SZ, hunderte Journalisten weltweit haben geholfen, Datenjournalismus regelrecht zu feiern. Angesichts dieser schier unüberschaubaren Datenberge war das sicher keine leichte Aufgabe, aber eine, die sich gelohnt haben dürfte. Denn natürlich ist es mit dem Vorliegen und Durchforsten der Daten nicht getan.

Es ging darum, VErschleierungen zu entwirren. Jeder, der zahlreichen Namen auf der Liste musste durchleuchtet werden. Nicht alle Verbindungen zu Offshore-Firmen sind zudem zwangläufig illegal.

Das erschwerte auch die Arbeit der Journalisten. Oftmals halten die Vermittler der Offshore-Firmen – Banken, Anwälte, Vermögensberater – den Namen der Kunden nämlich geheim oder setzen Strohmänner ein. Tausenden Spuren gingen die Journalisten innerhalb der internationalen Kooperation nach und prüften Belege, studierten Verträge und sprachen mit Experten.

Edward Snowden nennt den Fall “den größten Leak in der Geschichte des Datenjournalismus.”

Scheinbar werden in den nächsten Tagen noch einige Leakbomben platzen.

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